Auswirkungen des Aufenthalts auf unseren Körper

Dieser Erholungswert des "Innehaltens" kann ergänzt werden durch die Erkenntnis, dass der Aufenthalt in Kellerröhren sich auch positiv auf gesundheitliche Probleme auswirken kann:
Unzählbar sind die Geschichten, in denen Weinhauer oder auch nur Gäste berichten können, dass sie – verschnupft und verschleimt – sich für einige Zeit in einer Kellerröhre aufhielten und plötzlich die Beschwerden einfach verschwunden waren.
Diese Auswirkungen auf den menschlichen Körper waren schon sehr lange bekannt, aber erst Messungen der karst- und höhlenkundlichen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien haben ergeben, dass in den Weinkellern ein besonderes Mikroklima vorhanden ist:

• die relative Luftfeuchtigkeit von annähernd 100 %, die die Atmung erleichtert
• der leicht erhöhte Radongehalt – Radon ist ein Edelgas, das zur Stimulation
     des menschlichen Immunsystems eingesetzt wird
• eine im Vergleich zur Außenwelt vernachlässigbare Belastung mit Pilzsporen, Pollen und
     Feinstaub
• die Abschirmung von aller künstlicher Strahlung und von Elektrosmog
• die gleichbleibenden atmosphärischen Voraussetzungen während des gesamten Jahres

Das Gas Radon

Das natürliche Gas Radon mit einer Schwankungsbreite von 82 bis 3500 Becquerel. Diese Radioaktivität ist abhängig vom umgebenden Sediment. Im Waldviertel ist die natürliche Radioaktivität höher, weil dort viel Gestein vorgegeben ist. Diese Radioaktivität bereitet keine Probleme. In den warmen Heilstollen von Badgastein hat man einen Wert um 44.000 Becquerel gemessen. Das Personal dort muss Dosimeter tragen, doch sind keine Fälle einer gesundheitlichen Gefährdung bekannt. Außerdem ist der Aufenthalt der Gäste mit einer halben Stunde täglich limitiert.

Schimmelbelastung

Durch die hohe Luftfeuchtigkeit in den Weinkellern wird alles, was in der Luft schwebt, mit Wassermolekülen angereichert und lagert sich an den feuchten Wänden ab. Ein sehr häufiger Allergieauslöser, der Kot der Hausstaubmilben, hat in einer Wohnung eine Sinkgeschwindigkeit von 2 m pro Stunde. Diese allerreinste Luft sei gesund für die Behandlung von Asthma und durch Pollen hervorgerufene Allergien. Die Begründung ist ein physikalischer Prozess: Die feuchte Luft wird bei jedem Atemzug in den Bronchien auf die Körpertemperatur von 37 Grad erwärmt, wird dabei extrem trocken und entzieht daher beim Ausatmen den – verschleimten – Bronchien Feuchtigkeit.
Aber was ist mit einem eventuellen Schimmel, der an den Wänden der Keller hängt? Der Schimmel selbst ist kein Problem, Schwierigkeiten machen die Pilzsporen in der Luft, die in unseren Wohnungen Brot zum Schimmeln bringen und die Lebensmittel ungenießbar machen. Im Keller lagern die Kartoffel monatelang ohne Schimmelbefall. Untersuchungen haben ergeben, dass durch die feuchte Luft (siehe oben) und der Wegfall jeglicher Luftbewegung die Sporenbelastung wesentlich niedriger ist als in Wohnräumen. Wenn ein Keller seit vielen Jahren nicht mehr bewirtschaftet wurde, kann man annehmen, dass keine Pilzsporen nachzuweisen sind.

Messergebnisse

Prim. Dr. Felix Stonek hat die Eignung der Kelleratmosphäre geprüft und im April und August 2010 folgende Werte festgestellt, die auch bei den nachfolgenden Untersuchungen bestätigt wurden:
Messzeitraum Temperatur Luftfeuchtigkeit Radon           Schimmelpilzsporen(cfu/72h)
Frühjahr 2010 9,4 °C 84% 2077 Bq/m3 unter Nachweisgrenze
Herbst 2010 14,0 °C 96% 1640 Bq/m3 unter Nachweisgrenze
Der Radon-Gehalt von ca. 2000 Becquerel ist ca. 50 Mal höher als in der Außenluft, erreicht jedoch bei weitem nicht die Werte eines Heilstollens, wobei medizinische Effekte erst bei 37.000 bq/m³ zu erwarten sind. Zur Messung der Schimmelsporen wurden Nährlösungen aufgestellt, in allen Fällen mit negativem Ergebnis.